Samstag, 19. August 2017

Schilderungen


Beim Zahnarzt
In zwei Stunden ist es soweit: Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt. Schon auf dem Weg dorthin bekomme ich feuchte Hände und meine Knie fangen an zu schlottern. Überall sehe ich glückliche Menschen, doch mir ist gar nicht zum Lachen zumute, denn ich komme der Praxis immer näher. Vor der großen Tür bleibe ich noch einmal stehen, atme tief ein und aus, bevor ich die Türklinke vorsichtig hinunterdrücke. Ich stolpere die Treppe hoch, ein komischer Geruch steigt mir in die Nase, mein Mund wird immer trockener und ich schmecke die Angst. Die Zahnarzthelferin lächelt mir freundlich zu, aber ich kann nur ein gequältes Grinsen von mir geben. Meine Aufregung steigt ständig. Vor dem Wartezimmer bleibe ich stehen und reiche der Frau mit zitternden Fingern meine Karte, die ich bereits aus dem Rucksack gewühlt habe. Sie macht mir klar, dass ich noch kurz warten muss, bevor ich ins Behandlungszimmer gerufen werde. Ein langer Gang mit bunten Bildern soll die Atmosphäre wohl verschönern und die Wartenden beruhigen, was aber bei mir gar nicht hilft. Unauffällig schleiche ich ins Wartezimmer und rede mir selbst Mut zu. Ich würde gerne in einer Zeitschrift lesen, doch meine Anspannung ist zu groß und die Buchstaben der raschelnden Seiten hüpfen vor meinen Augen auf und ab. Allmählich füllt sich das Wartezimmer, die Luft wird stickiger und mir wird heißer, mein Stuhl knackst. Der Zeiger der Uhr schleicht von Minute zu Minute und ich nehme das leise Ticken der Uhr wahr. Bald muss ich drankommen! Ich fühle mich so schlecht! Als endlich die Zahnarzthelferin die Tür des Wartezimmers öffnet und meinen Namen aufruft, zittern meine schwitzigen Finger ein wenig. Ich stehe zaghaft auf und folge ihr durch den langen Gang zu dem Behandlungsraum, nehme auf dem weißen Stuhl Platz und lege mich verkrampft zurück. Jetzt muss ich auch noch auf den Zahnarzt warten! In dem Raum ist es kahl und der beißende Geruch des Desinfektionsmittels ist kaum auszuhalten. Langsam schiebe ich den Tisch mit den Instrumenten, der bedrohlich auf mich wartet, weiter von mir weg, um etwas ruhiger zu werden. Nervös drehe ich mich in alle Richtungen und suche nach einer bequemen Lage auf dem Stuhl. Aus dem Nebenzimmer höre ich Stimmen und das unangenehm hohe Summen des Bohrers. Mir ist ganz flau im Magen, als der Chefarzt endlich kommt. Kaum hat er mich begrüßt, öffne ich schon meinen Mund. Mit seinem kleinen, kalten Spiegel schaut er meine Zähne ganz genau an und murmelt ab und zu etwas Unverständliches. Ich liege immer noch angespannt auf dem Stuhl, meine Hände knete ich zur Beruhigung, doch es hilft nichts. Nach einer Weile meint der Arzt, ich hätte eine kleine braune Verfärbung und schon greift er zu seinem Werkzeugkasten. Langsam bewegt er den Bohrer auf meinen Mund zu. Ich liege mit offenem Mund da und mache keinen Atemzug. Der Zahnarzt führt das Instrument an meinen Zahn und schaltet es an. Es knurrt mich an und ich spüre ein unangenehmes Stechen. Aufhören! Ich will auch künftig besser die Zähne pflegen! Ich schließe meine Augen und versuche, an etwas Schönes zu denken. Ich male mir den nächsten Urlaub in den schönsten Farben aus und denke an das bevorstehende Weihnachtsfest – und tatsächlich sind die Schmerzen besser auszuhalten! Schon bald ist der Arzt fertig und ich bin froh, die Behandlung überstanden zu haben. Ich verabschiede mich und verlasse die Praxis so schnell wie möglich.
Lea, 7 c


Ein Spaziergang im Herbst
Bei diesem prächtigen Wetter mache ich einen Spaziergang durch den herbstlichen Park. Überall sieht man buntes, gerade zu Boden gefallenes oder noch auf den Bäumen hängendes buntes Laub. Unter meinen Füßen rascheln die Blätter. Ich hebe ein paar von ihnen auf und diese zerbröseln in meinen Fingern zu Pulver. Die Luft schmeckt in diesen Tagen nach Herbst, manchmal aber auch schon nach Schnee. Es lässt sich gut unterscheiden, wo Nadel- und wo Laubbäume stehen, denn das saftige Grün der Nadeln ist zwischen den bunten Bäumen nicht zu übersehen. Der Wind wirft raschelnd und rauschend die Blätter über den Weg. Als ich meinen Weg fortsetze, weht ein sanfter, noch milder Wind den Geruch von Harz und feuchtem Moos in meine Richtung. Ich habe plötzlich Lust darauf, loszurennen und springe lachend in einen hohen Blätterhaufen. Dort vernehme ich ein zaghaftes Rascheln und sehe einen kleinen, stacheligen Igel, der verängstigt zum nächsten großen Laubhaufen trippelt. Irgendwo in den Bäumen springt ein rotes Eichhörnchen mit Puschelschwanz von Ast zu Ast. Ein paar Äste brechen ab, doch das kleine Tier setzt seinen Weg einfach fort ohne darauf zu achten. Sicher ist es auf der Suche nach ein paar Nüssen! Ich spüre das leise Rauschen des Windes, der mit meinen Haaren spielt. Hoffentlich bleibt der goldene Herbst mit seinen milden Sonnenstrahlen noch länger und lässt dem kalten Winter vorerst keine Chance!  
Jasmin, 7 c

Freitag, 6. Stunde
Heute ist es wieder soweit, es ist Freitag und dazu noch die sechste Stunde. Eigentlich mag ich Freitage, weil dann das Wochenende folgt, aber es ist die letze Schulstunde und ich will nur nach Hause, weil ich erschöpft bin. Ich sitze auf meinem Platz und schaue mit leerem Blick auf die Tafel, während ich in Gedanken schon draußen bin, weg aus diesem Zimmer, weg aus dieser Schule. Mein Blick wandert schwerfällig auf die Uhr an der Wand. „Oh nein, noch zehn Minuten!”, denke ich verzweifelt. Meine Nachbarin wirft mir einen gelangweilten Blick zu, den ich erwidere. Außer dem Gezwitscher der Vögel und dem monotonen Reden des Lehrers ist nichts zu hören. „Oder doch, da ist noch was”, stelle ich fest: das leise Ticken der Uhr. Ich schaue auf den Minutenzeiger, doch er bewegt sich nicht. In meiner Hand fühle ich meinen Bleistift, der nur darauf wartet, benützt zu werden, doch ich lege ihn zur Seite. Ein erneuter, träger Blick auf die Uhr verrät mir, dass es noch zwei Minuten bis zum erlösenden Gong sind. Meine Füße kribbeln und ich kann nicht mehr ruhig sitzen. Der komisch modrige Geruch im Zimmer und die verbrauchte Luft erzeugen in mir eine leichte Übelkeit. Mein trockener Mund ähnelt der Sahara, und da hilft auch kein Schluck aus der Wasserflasche, denn das Wasser ist warm geworden und die Kohlensäure ist auch verschwunden. Obwohl uns der Lehrer ermahnt, aufzupassen, packe ich langsam meine Sachen zusammen. Die letzten zehn Sekunden starre ich mit gebanntem Blick auf den Sekundenzeiger. 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3... – der Countdown in meinem Kopf. Dann das erlösende Klingeln! Ich springe auf und flitze so schnell wie möglich aus dem Zimmer, aus der Schule und hinein ins Wochenende!
Julia, 7 c

Ein Spaziergang im Herbst
Nach der Schule beschließe ich, durch den Wald nach Hause zu laufen. Ich spüre die kühle Brise, die meine Haut kitzelt. Sie wuschelt mir durch meine Haare und weht die Gedanken an die Schule einfach weg. Unter meinen Füßen raschelt das goldene Laub, das ganz ausgetrocknet ist. Die Bäume schillern in den prächtigsten Herbstfarben. Der Wind zerzaust ihnen ihre Haarpracht, doch die Blätter segeln ganz sanft nach unten und landen auf dem Blättermeer. Irgendwo höre ich Vögel zwitschern, als wollten sie mir ein Lied vorsingen. Ein Ästchen knackt unter meinem Fuß und ich schaue zu Boden. Dort liegt eine Buchecker, ganz klein und braun. Ich nehme sie in die Hand, entferne die harte Schale und esse sie. Sie schmeckt nach Wald, Herbst und Sonnenschein. Zufriedenheit überkommt mich. Ich schließe die Augen und bleibe stehen. Die Sonne bricht für kurze Zeit durch die Wolkenwand und scheint ganz zart durch die Bäume hindurch und kitzelt mein Gesicht. Sie wärmt es mit ihren golden schimmernden Strahlen sanft auf. Ich öffne meine Augen ganz langsam und betrachte die Baumkronen. Ich gehe weiter, schaue aber trotzdem noch in die Baumwipfel. Da ist ja ein ganz süßes, braunes Eichhörnchen! Es blickt mich frech mit seinen schwarzen Knopfaugen an. Ich lache und hüpfe über den raschelnden Weg. Als ich um die Ecke biege, drehe ich mich noch einmal um. Ich meine, das Eichhörnchen noch einmal gesehen zu haben.
Elena, 7 c
 

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